Verdis Aida (1871) enthält eine der anspruchsvollsten, aber auch dankbarsten Partien für Mezzosopran im Kernrepertoire der Oper: die der Königstochter Amneris, die trotz rasender Eifersucht auf die Titelheldin am tödlichen Ende ihres Komplotts zur reuigen Büßerin wird und um Erlösung für die in Liebe Verstorbenen bittet. KS Dalia Schaechter spielt Amneris, die nach dem Ende der Aida-Handlung auf ihr Leben zurückblickt und dabei noch einmal die vier Akte der Oper Revue passieren lässt.
In der Reduktion des großen Tableaus auf das fein gezeichnete Psychodrama öffnet sich der Raum für eine neue Form des Musiktheaters, in der nicht nur die berühmte Partitur von einer einzigen Sängerin gemeistert wird, sondern auch der Statuskonflikt zwischen Sopran und Mezzosopran auf der Opernbühne zum Gegenstand der Verhandlung wird. Dazu erklingt Verdis Musik in einer neuen, unkonventionellen Bearbeitung, in der aus den verschiedenen Stilen der beteiligten Musiker*innen - große Oper, Jazz und Neue Musik - gemeinsam ein einzigartiger neuer Sound entsteht, der Verdis Partitur mit ihren unterschiedlichen Perspektiven sehr ernst nimmt.
Die in Israel geborene Mezzosopranistin KS Dalia Schaechter lebt und arbeitet seit 1995 in Köln und ist seit 2000 Ensemblemitglied der Oper Köln. Sie ist zu einer festen Größe des städtischen Musiklebens geworden und realisierte im Theater im Bauturm bereits Produktionen wie Hiob oder Warschau - New York - Tel Aviv. Die Amneris sang sie an etlichen großen Opernhäusern und ist mit der Figur so vertraut wie wohl kaum eine andere Sängerin. Nun wagt sie das Experiment und singt die ganze Oper allein: fokussiert auf das Schicksal von Amneris, der einzigen Überlebenden der Handlung, aber mit Exkursen in die anderen Rollen und natürlich auch in den für Aida so wichtigen Chor. Begleitet wird sie dabei von der Pianistin Theresia Renelt, stellvertretende Studienleiterin der Oper Köln, die ein völlig neues Arrangement der berühmten Partitur angefertigt hat, der Akkordeonistin Dorrit Bauerecker und dem Schlagzeuger und Multi-Instrumentalisten Kurt Fuhrmann. Regie führt Arne Böge.
Eine Koproduktion von Oper Köln und Theater im Bauturm
gefördert von
Theater im Bauturm
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50674 Köln [ Innenstadt ]
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