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Felix 2019

Kölner Fest für Alte Musik

Felix – Original. Klang. Köln.

29. August bis 1. September 2019

 

Der historischen Aufführungspraxis widmet die Kölner Philharmonie ab der Spielzeit 2019/2020 das Festival »FELIX!«. An einem verlängerten Wochenende vom 29. August bis 1. September werden in der Kölner Philharmonie und an ausgewählten Orten in der Stadt herausragende Interpreten schlaglichtartig die Bandbreite dieser Musizierpraxis beleuchten. Das Programm konzentriert sich daher nicht nur auf die Musik des Barock, sondern unternimmt auch Ausflüge in die Tradition der Gamelan-Musik, der persischen Kunstmusik und des japanischen Nô-Theaters.

 

Felix Mendelssohn Bartholdy führte im Jahr 1829, erstmals seit dem Tod von Johann Sebastian Bach knapp 80 Jahre vorher, dessen Matthäus-Passion auf – und legte damit gewissermaßen den Grundstein für die historische Aufführungspraxis. War Mendelssohn Bartholdys Motivation noch deutlich auf die Besinnung der »alten Musik« konzentriert, so entwickelte sich über die Jahrzehnte auch ein Bewusstsein für den gesamten Rahmen der Interpretation. Anfangs teilweise belächelt sind diese historisch informierten Interpretationen elementarer Bestandteil des heutigen Musikbetriebs geworden, insbesondere seitdem Ende der 1970er Jahre erstmals auch die Wiener Klassik und später auch andere Epochen in diese Art der musikalischen Auseinandersetzung einbezogen wurden.

 

Der historischen Aufführungspraxis widmet die KölnMusik vom 29. August bis 1. September erstmals ein eigenes Festival. Auch um den »Urvater« der Originalklang-Bewegung zu ehren, werden unter dem Festival-Titel »FELIX!« an dem verlängerten Wochenende im Spätsommer in der Kölner Philharmonie und an ausgewählten Orten in der Stadt herausragende Interpreten schlaglichtartig die Bandbreite dieser Musizierpraxis beleuchten: Namhafte Ensembles, die sich über viele Jahre eine bedeutende Position in der Musikwelt erspielt haben, junge Musikerinnen und Musiker, die mit neuem Blick dem Bemühen um die originalgetreue Interpretation besonderen Esprit verleihen und einem neuen und jungen Publikum erschließen sowie schließlich die internationale freie Musikszene, die im Sog dieser Musizierpraxis zu außergewöhnlicher Qualität gelangt ist, werden das Festival prägen.

 

Den Auftakt des Festivals bildet eine Countertenor-Gala mit Valer Sabadus, Terry Wey und Philipp Mathmann, die Arien und Instrumentalwerke von Johann Adolf Hasse, Georg Friedrich Händel, Nicola Antonio Porpora, Antonio Vivaldi u. a. singen werden. Begleitet werden die Sänger durch das Freiburger Barockorchester. Nur wenige Monate vor Eröffnung der Kölner Philharmonie gegründet pflegt das Ensemble seitdem eine enge Verbindung zum Haus und gab zahlreiche, Musikepochen übergreifende Konzerte – u. a. mit den Uraufführungen zweier KölnMusik-Auftragskompositionen.

 

Eine hinreißende Götterparodie sorgt am Freitagabend für gute Laune: »La divisione del mondo« von Giovanni Legrenzi ist eine barocke Offenbachiade. Vielleicht hatte sich die venezianische High Society im Jahr 1675 ja wiedererkannt im nur allzu menschlichen Treiben der olympischen Schar. Deren geplante »Aufteilung der Welt« – die Erde für Jupiter, die Meere für Neptun, die Unterwelt für Pluto – gerät erst einmal gehörig aus dem Tritt. Auch, weil die schöne Venus ein Liebeskarussell in Gang setzt, das nicht nur Juno, die Hüterin der Ehe, ganz schwindlig werden lässt. Und der italienische Klangmagier Legrenzi verzichtete bei allen komödiantischen Wendungen keineswegs auf zauberhaftes Sentiment.  Für die aufregende musikalische Klangrede sorgt das Spezialensemble Les Talens Lyriques unter der Leitung ihres Gründers Christophe Rousset.

 

Am Samstag geht das Festival dann in die Stadt: Unter dem Titel »FELIX! urban« wird an ausgewählten Spielstätten eine kreative Herangehensweise an Alte Musik in den Fokus gerückt. Im Frühjahr erfolgte ein Aufruf an junge Musikerinnen und Musiker, die einen mutigen und modernen Umgang mit der Musik im Rahmen der historischen Aufführungspraxis leben: Ensembles und Musiker wie 4 Times Baroque, Seldom Sene, The Playfords, Ensemble Continuum, Combo CAM, Voces Suaves, Sua Dolce Maestà, Gamelan Taman Indah, Elshan Ghasimi, lautten compagney und Burak Özdemir mit dem ENSEMBLE MUSICA SEQUENZA werden nun u. a. in der Christuskirche, der Kirche St. Gregorius, der Trinitatiskirche, im klub domhof, aber auch in der Kölner Philharmonie diesen vielseitigen Tag bestreiten. Mit einem Sammel-Ticket können Festival-Besucherinnen und Besucher die Konzerte dieses Tages zu einem besonders günstigen Preis erleben.

 

Der letzte Festivaltag wird nochmals einen großen Bogen spannen und dabei die Vielfalt der gesamten Originalklang-Bewegung ins Zentrum rücken: Während am Sonntagvormittag Isabelle Faust, die mit dem intimen Klang ihrer Stradivari »Dornröschen« als Porträt-Künstlerin der Saison 2018/2019 in der Kölner Philharmonie eine große Fangemeinde in ihren Bann zog, gemeinsam mit Kristian Bezuidenhout in der Trinitatiskirche ein Kammermusik-Konzert gibt, lädt nachmittags Concerto Köln nach St. Mariä Himmelfahrt. Das Festival schließt mit einer Nô-Theater-Inszenierung in der Kölner Philharmonie. Diese Inszenierung stellt gleichsam den Festival-Höhepunkt dar wie auch den inhaltlichen Doppelpunkt vor die Frage: Welche Horizonte werden sich dem Publikum bis zur nächsten Festivalausgabe eröffnen, wenn es sich mit Original und Ursprung weiterhin intensiv auseinandersetzt?

 

Weitere Informationen gibt es unter
www.koelner-philharmonie.de/felix

 

 

Die Konzerte im Überblick

 

Do 29.08.2019 20:00
Kölner Philharmonie

Countertenor-Gala
Arien und Instrumentalwerke von Johann Adolf Hasse, Georg Friedrich Händel, Nicola Antonio Porpora, Antonio Vivaldi u. a.

Valer Sabadus Countertenor
Terry Wey Countertenor
Philipp Mathmann Countertenor

Freiburger Barockorchester
Gottfried von der Goltz Leitung

 

Fr 30.08.2019 19:00
Kölner Philharmonie

Die Aufteilung der Welt
»La divisione del mondo«
Dramma per musica in drei Akten von Giovanni Legrenzi

Carlo Allemano Tenor (Giove)
Stuart Jackson Tenor (Nettuno)
André Morsch Bariton (Plutone)
Arnaud Richard Bariton (Saturno)
Axelle Fanyo Mezzosopran (Juno)
Sophie Junker Sopran (Venere)
Jake Arditti Countertenor (Apollo)
Paul-Antoine Bénos-Djian Countertenor (Marte)
Soraya Mafi Sopran (Cintia)
Ada Elodie Tuca Sopran (Amore / Cupido)
Rupert Enticknap Countertenor (Mercurio)
Alberto Miguélez Rouco Countertenor (Discordia)

Les Talens Lyriques
Christophe Rousset Dirigent


Sa 31.08.2019 11:00 und 16:00
Ursulinenkirche St. Corpus Christi

The Real Baroque Book (11:00)
»Standards und andere geheime Hits« des 17. Jahrhunderts aus Frankreich, Italien, Spanien und Südamerika. Mit Werken von Diego Ortiz, Girolamo Frescobaldi, Michel Lambert u.a.

Si morge cantando, si more sonando (11.00 und 16:00)
Canzonetti spirituali e morali von Francesco Ratis, Kantaten von Chiara Margerita Cozzolani, Marco Uccelini u.a.

Wenn mich allein lässt, was ich liebe (16:00)
Werke von Johann Sebastian Bach, Andrea Falconieri, Henry Purcell, Tomás de Torrejón y Velasco u. a.

Combo CAM
Chiyuki Okamura Sopran
Nuovo Aspetto

Veranstaltet gemeinsam mit ZAMUS


Sa 31.08.2019 11:00 und 16:00
Trinitatiskirche

Suonin’ le trombe!
Spanische Werke des 17. Jahrhunderts arrangiert von Sua Dolce Maestà

Monteverdis Muse
Ein musikalisches Portrait von Caterina Martinelli mit Werken von Claudio Monteverdi und Zeitgenossen

Sua Dolce Maestà
Voces Suaves

 

31.08.2019 Samstag 11:00 und 16:00
Christuskirche

Schlafes Bruder (11:00 und 16:00)
Werke von Johann Sebastian Bach, Kompositionen von Manuel Durão und Geschichten aus Robert Schneiders Roman »Schlafes Bruder«

Caught in Italian Virtuosity (11:00)
Werke von Georg Friedrich Händel, Antonio Vivaldi, Giovanni Battista Sammartini u. a.

Bach versus Telemann? Ziemlich beste Freunde
Werke von Johann Sebastian Bach und Georg Philipp Telemann

Ensemble Continuum
4 Times Baroque

 

Sa 31.08.2019 11:00 und 16:00
St. Gregorius Am Elend zu Köln

L’arte da Vinci
Zu Werken von Philippe Verdelot, Jean Richafort, Josquin Desprez u. a. sowie zu freien Improvisationen werden Rätsel, Witze und Prophezeiungen Leonardo da Vincis rezitiert.


Delight in Musicke
Lieder, Tänze und Fantasien der englischen Renaissance von Giovanni Coprario, John Dowland, William Byrd u.a.

The Playfords
Klaartje van Veldhoven Sopran
Seldom Sene


31.08.2019 Samstag 13:15 und 18:15
Basement der Christuskirche

Ein Ausflug in die Kunstmusik Persiens
gespielt auf der Langhalslaute Tar

Elshan Ghasimi Tar

 

Sa 31.08.2019 16:00
Foyer der Kölner Philharmonie

Folies de Java
Gamelan trifft Barockmusik

Martin Ehrhardt Barockvioline und Leitung
Go Yamamoto Barockvioline
Hannah Freienstein Barockvioloncello
Jörg Lühring Violone
Klaus Mader Theorbe und Laute

Gamelan Taman Indah
Elsje Plantema Leitung


Sa 31.08.2019 20:00
Kölner Philharmonie

Die Konferenz der Vögel
Mit dem persischen Dichter Attar auf einer Reise zum eigenen Ich

Nach Texten des Dichters Fariduddin Attar (1136–1221), bearbeitet von Christian Filips und Mehdi Moradpour

Pegah Ferydoni Rezitation
lautten compagney

 

Sa 31.08.2019 22:00
klub domhof

Opera del futuro: Still Semele
Aktuelle Improvisationen auf Georg Friedrich Händels Oratorium »Semele«

Anschließend Abschlussparty von FELIX! urban mit Burak LIVE

ENSEMBLE MUSICA SEQUENZA


Sa 31.08.2019 11:00 und 13:00
Foyer der Kölner Philharmonie

Willkommen im Regenwald
Konzert für Kinder ab 6

Martin Ehrhardt Barockvioline und Leitung
Go Yamamoto Barockvioline
Hannah Freienstein Barockvioloncello
Jörg Lühring Violone
Klaus Mader Theorbe und Laute

Gamelan Taman Indah
Elsje Plantema Leitung

 

So 01.09.2019 11:00
Trinitatiskirche

Johann Sebastian Bachs Violin-Sonaten

Isabelle Faust Violine
Kristian Bezuidenhout Cembalo

Johann Sebastian Bach
Sonata für Violine und Cembalo Nr. 1-6

sowie Werke von Johann Jakob Froberger, Nicola Matteis, Louis Couperin und Heinrich Ignaz Franz von Biber


So 01.09.2019 16:00
St. Mariä Himmelfahrt

Der Triumph der Zeit und der Enttäuschung
»Il trionfo del Tempo e del Disinganno«
Georg Friedrich Händel

Riccardo Angelo Strano Sopran (Il Piacere)
Philipp Mathmann Soprano (La Bellezza)
Rodrigo Sosa Dal Pozzo Alt (Il Disinganno)
Thomas Walker Tenor (Il Tempo)

Concerto Köln
Gianluca Capuano Dirigent

Folkert Uhde Konzept, Bühne, Video, Regie
Ilka Seifert Dramaturgie, Regie
Jörg Bittner Licht

 

So 01.09.2019 20:00
Kölner Philharmonie

Zwischen Traum und Wirklichkeit
Japanisches Nô-Theater

Shôjô – der Geist des Weins, Midare-Tanz mit zwei Darstellern. Kultisches Nô-Tanzspiel
Kaminari - Der Donnergott. Burleskes Kyôgen-Intermezzo
Die Last der Liebe. Dramatisches Nô-Spiel

Ensemble der Umewaka Kennôkai Foundation
Umewaka Manzaburô III Shite (Hauptspieler)

 

Eine Aufführung anlässlich des 50. Jubiläums des Japanischen Kulturinstituts Köln/The Japan Foundation. Veranstaltet gemeinsam mit The Japan Foundation.


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