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Claudio Monteverdi – Il Ritorno d‘Ulisse in Patria

Premiere Sa 25. Feb. 2012, Palladium / 19:30
Weitere Vorstellungen 29. Feb.; 02., 04., 07., 09., 11., 14., 17., 22.,
24. Mär. 2012
, Palladium

Schanzenstraße 36 / Gebäude 197, 51063 Köln

 

 

 

» Die Heimkehr des Odysseus ins Vaterland
Oper mit einem Prolog und drei Akten
Libretto von Giacomo Badoaro
nach den Gesängen XIII - XXIV aus der "Odyssee" von Homer
Musik von Claudio Monteverdi (1567 - 1643)
in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

 

 

Musikalische Leitung, Konrad Junghänel


L'humana fragilità, Dmitry Egorov
Tempo, Wolf Matthias Friedrich
Fortuna, Claudia Rohrbach
Amore, Ji-Hyun An
Giove, Göttervater, Peter Gijsbertsen
Nettuno, Wolf Matthias Friedrich
Minerva, Claudia Rohrbach
Giunone, seine Gemahlin, Ji-Hyun An
Ulisse, Mirko Roschkowski
Penelope, Nino Surguladze
Telemaco, Gustavo Quaresma
Ericlea, Penelopes Amme, Hilke Andersen
Antinoo, Young Doo Park
Pisandro, Dmitry Egorov
Anfinomo, John Heuzenroeder
Eurimaco, Peter Gijsbertsen
Melanto, Penelopes Zofe, Regina Richter
Eumete, Miljenko Turk
Iro, Robert Wörle

Orchester, Gürzenich-Orchester Köln und Gäste

 

 

Kooperation Oper Köln - Römisch-Germanisches Museum
mit 30% Rabattierung

Besucher der aktuellen Sonderausstellung "Die Rückkehr der Götter" (mit antiken Plastiken, Gefäßen & Reliefs) im Römisch-Germanischen Museum erhalten ab sofort an der Tageskasse im Opernhaus gegen Vorlage ihrer Eintrittskarte 30% Ermäßigung auf zwei bestimmte Vorstellungen von Monteverdi-Opern mit antiken Sujets:
"Die Heimkehr des Odysseus ins Vaterland" am Freitag, den 9. März 2012 sowie "Die Krönung der Poppea" am Samstag, den 14. April 2012. Das Angebot gilt nur an der Theaterkasse und solange der Vorrat reicht.

> Infos

 

 

Zur Neuproduktion

 

Die Geschichte der Rückkehr des Odysseus wurde von Claudio Monteverdi gemeinsam mit seinem Librettisten Giacomo Badoaro für eines der ersten öffentlichen Opernhäuser geschaffen - was einen bemerkenswerten Umstand darstellt, denn bislang war die damals noch ganz junge Gattung "Oper" den - meist einmaligen - Aufführungen vor höfischem Publikum vorbehalten gewesen. Dementsprechend "publikumswirksam" ist dieses Spätwerk Monteverdis angelegt - mit vielen, abwechslungsreichen Szenen und einem großen Figurenpersonal, bei dem sich nicht nur Götter und hehre Helden auf der Bühne vereinen, sondern - etwa in Gestalt des gefräßigen Iro - auch einfache, volkstümliche Charaktere, wie sie bislang in solchen musikalischen Werken nicht vorgesehen waren. Das hohe Tragische und das Heitere stehen hier quasi gleichberechtigt nebeneinander.

 

Die Inszenierung von Bernd Mottl trägt dem Umstand Rechnung, dass die Gesellschaft, in die Ulisse nach der - gemessen an der damaligen Zeit - unfassbar langen Zeitdauer von 20 Jahren zurückkehrt, vom Krieg bzw. von der Teilnahme an einem Krieg geprägt ist. So finden wir uns hier, was die optische Aufbereitung des Stückes angeht, in einer Welt wieder, die nicht von ungefähr an die Wiederaufbau-Zeit der 1950er und 1960er Jahre erinnert. Die Erinnerung an die Verluste und Entbehrungen will man hier beiseite schieben, die Trauer und das beharrliche Warten der Penelope trifft bei ihrer Umgebung auf kein wirkliches Verständnis mehr - ist geradezu störend. Die Rückkehr des tot geglaubten Ulisse passt nicht mehr in dieses mehrheitlich gelebte gesellschaftliche Konzept des Ausklammern und des "Sich-nur-um-das-eigene-Wohlergehen-Scherens".

 

Es sind die Göttinnen und Götter, die hier das individuelle Schicksal bestimmen, und jeder der Beteiligten darf sich fragen, nach welchen undurchschaubaren Kriterien dieses Fatum für den einen Glück, für den anderen übergroßes Leid bereit hält. Diese offene Frage teilt sich heute ebenso mit wie im Uraufführungsjahr 1640.

 

Konrad Junghänel, als Spezialist für "Alte Musik" hoch gepriesen, dirigiert das Gürzenich-Orchester Köln. Bernd Mottl führt Regie, die Ausstattung besorgt Friedrich Eggert.

 

 

Handlung und weitere Informationen

 

Die Heimkehr des griechischen Feldherrn ODYSSEUS/ULISSE aus dem Trojanischen Krieg findet beinahe nicht statt. Schier unüberwindbare Hindernisse haben die Götter, allen voran der Meergott NEPTUN, vor das Einlaufen in den heimischen Hafen und die Wiedervereinigung der Eheleute ODYSSEUS und PENELOPE gesetzt. Wie ODYSSEUS auf seiner Rückfahrt zahlreichen Gefahrensituationen ausgesetzt ist, erlebt auch seine Gemahlin PENELOPE, die sich der beharrlichen Annäherungsversuche der sie bedrängenden Freier erwehren muss, die langen Jahre des Wartens als eine Phase der Prüfung und der Isoliertheit. Auch nach der Ankunft des ODYSSEUS in Ithaka vollzieht sich das Wiedererkennen der Ehegatten keineswegs mit sofortiger Wirkung, sondern erst nach weiteren Prüfungen.

Die Uraufführung der »RITORNO D'ULISSE« fand 1640 im Teatro di San Cassiano in Venedig statt. Viele Jahre war das Werk verschollen, bevor die Handschrift – ohne Hinweise auf die Instrumentierung, lediglich mit den Gesangslinien und der Generalbassnotation versehen – 1881 in der Wiener Staatsbibliothek wiederentdeckt wurde.

 

Die Zerbrechlichkeit des menschlichen Schicksals und die Unwägbarkeit langer Reisen waren für die Bevölkerung der einstigen Seemacht nur allzu vertraute Themen. Dass das Leben und irdische Glück Faktoren ausgesetzt sind, deren Beherrschung außerhalb ihres Einflussbereiches liegt, war eine tägliche Erfahrung. So kommt der Sphäre der Götter und der abstrakten Gewalten in diesem »Dramma per musica« eine besondere Bedeutung zu. Dabei wird die im Mittelpunkt stehende »Heldengeschichte« durch zahlreiche humorvolle Elemente kontrastiert, etwa in den Rollen des Dienerpaars und weiterer skurriler Nebenfiguren.

 

Nach der erfolgreichen Neuproduktion von Claudio Monteverdis »L'INCORONAZIONE DI POPPEA« (1642) im Gerling-Quartier unternimmt die Oper Köln mit »IL RITORNO D'ULISSE IN PATRIA« erneut eine Zeitreise in jene Jahre, als die Oper sich als Gattung gerade erst zu entwickeln begann.

 

 

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